Camino de Santiago – Nur wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen

12 Wochen. 2500 Kilometer. 3 Länder. Ca 3,3 Millionen Schritte. Unzählige Erfahrungen.

Das Pilgern lehrte mich mehr über das Leben als jede Schule, jedes Seminar oder jede Fortbildung es könnten:

Ich lernte, wie wichtig mentale Stärke ist. (80% Kopf, 20% Füße)

Ich lernte, wie wichtig es ist auf meine Gedanken zu achten.

Ich lernte, mich selbst zu hinterfragen.

Ich lernte loszulassen.

Ich lernte bei mir anzukommen.

Ich lernte zu atmen, innezuhalten und das Leben nicht so verdammt schwer und ernst zu nehmen.

Ich lernte, dass der Weg wirklich teil des Zieles ist.

Ich erlaubte mir Leichtigkeit und lernte, dass Dankbarkeit in den kleinen Dingen, wie zum Beispiel trockene Socken beginnt.

 Ich lernte so viel über mich, meinen Körper und das Leben.

 Das Pilgern brachte mir Eigenverantwortung bei.

Jeder Kilometer brachte eine Veränderung, nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich.

Ein einziger Tag auf dem Camino ist wie ein ganzes Leben: Du leidest, du zweifelst, du weinst, du lachst, du freust dich, du liebst.

Und ja, er bringt Herausforderungen mit sich: Er zwingt dich, dich mit verdrängten Teilen deiner selbst auseinanderzusetzen. Er zwingt dich, auf deine innere Stimme zu hören. Er zwingt dich manchmal in die Knie. Er bricht dich auf - und so kommt das Licht herein.

Der Camino ist völlig frei von Bewertung, ihm ist es egal wie viel du verdienst, was du arbeitest, wie alt, schwer, wie verzweifelt, wie einsam oder wie glücklich du bist.

Der Camino ist.

Der Camino ist Leben. Er ist da, für alle die auf der Suche nach Sinnhaftigkeit, auf der Suche nach sich selbst und auf der Suche nach Antworten sind. Der Camino antwortet immer und du entscheidest ob dir die Antwort gefällt oder nicht. Er bringt Strapazen mit sich, aber auch Freundschaft, Gemeinschaft, Liebe und Freude. Er bringt dir das, was du am meisten brauchst. Der Camino kennt uns Menschen, er kennt jeden von uns und er trägt uns aus einer bedingungslosen Liebe heraus. Für mich ist der Camino der weiseste, ehrlichste und wahrhaftigste Lehrer, den es gibt.

In Wahrheit sind wir alle immer auf dem Camino unterwegs, dem Camino des Lebens.

Manchmal ist er schön, die Etappen leicht zu gehen und die Aussichten ganz wundervoll. Manchmal ist er schwer, von Verlust und Trauer gekennzeichnet, wir scheitern und klagen.

Und genau das macht einen guten Camino aus, die Vielfalt. Ich sah auf dem Camino viele Menschen, ich sah sie aufgeben, jammern, weinen, schreien und fluchen. Ich sah sie aber auch über sich hinauswachsen, träumen, Grenzen sprengen, heilen und ich sah dieses besondere Glitzern in ihren Augen.

Ich danke dem Camino, für alles was ich unterwegs fand, vor allem: Mich selbst.

Wenn du den Ruf des Caminos schon öfter gehört hast und noch nicht den Mut gefunden hast zu antworten, dann könnte dies dein Zeichen sein.

 

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Quantenheilung - Kopf vs. Herz